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23.03.2017, 17:42 Uhr Übersicht | Drucken
„Wir müssen gegen das Klagen Antworten setzen“
CDU-Frühlingsempfang: Dr. Bernhard Vogel macht Mut für die Zukunft

Mit Dr. Bernhard Vogel hatte sich der CDU-Ortsverband Schifferstadt nicht nur einen versierten Redner ins Haus der AGFJ geholt beim Frühlingsempfang am Samstagnachmittag, sondern auch einen Mutmacher. Optimismus verbreitete der 88-Jährige mit seinen Einlassungen auf die Herausforderungen der aktuellen Zeit, auf die Flüchtlingsdiskussion, die politische Entwicklung in Europa und in den USA sowie in Bezug auf die Bundestagswahl im September. Vogels Credo: „Es ist leicht, sich mit lauten Worten zu beschweren. Aber es ist schwierig, langfristig gute Politik zu machen.“

Ratschläge für die nachfolgenden Parteikollegen gab der ehemalige Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz (1976 bis 1988) und Thüringen (1992 bis 2003) nicht. Stattdessen wollte er motivieren mutig zu sein. „Die Menschen heute stehen auf den Schultern von Leuten, die über Krisen nicht gejammert, sondern sie bewältigt haben“, verdeutlichte Vogel und war sich sicher, sämtliche Tagesordnungen bewältigen zu können, sofern sich genug Engagierte finden.

„Wir stehen in der Tat vor einem Dilemma.“ Konkret sprach der Sprachkünstler das Thema Flüchtlinge an. „Wir stehen in der Tat vor einem Dilemma“, meinte Vogel, fügte aber an: „Wir müssen gegen das Klagen Antworten setzen.“ Die Grenzen an der Außenfront Europas müssten so sicher gemacht werden, wie sie es früher innerhalb Europas gewesen sind, so dass die mittlerweile geöffneten Landesübergänge auch offen bleiben können. Des Weiteren führte Vogel aus: „Eine Obergrenze bei Asylsuchenden kann es nicht geben. Eine Obergrenze bei denen, die im Land bleiben wollen, muss sein.“ Deutschland müsse sich zu seiner „Hausordnung“ bekennen, wie der Referent das Grundgesetz bezeichnete. Wer bleiben wolle, müsse dieses anerkennen, sei es doch das Ergebnis eines 150-jährigen Kampfes um die freiheitliche Ordnung. „Das Verfassungsgericht ist die letzte Instanz, nicht die Scharia“, sagte Vogel ohne Umschweife und appellierte an alle: „Unsere Zukunft liegt nicht in der Kapitulation, sondern in der eigenen Wertebestimmung.“

In dem Zusammenhang riet Vogel zur Gelassenheit hinsichtlich der Entwicklung der AfD. 15 Prozent Wählerstimmen seien schlimm, aber die 85 Prozent, die sich als Gegner dieser Politik ausgesprochen haben, seien nicht zu verachten. Für Vogel ist nicht die Bundestagswahl das wichtigste Ereignis dieses Jahres, sondern die Wahlen im Nachbarland Frankreich. „Es wäre verheerend, wenn die Franzosen aus Europa aussteigen würden“, gab er zu bedenken. Ein kleines Hoffnungszeichen sah er in der Wahl der Niederländer. Es gelte, neues Vertrauen für Europa zu gewinnen, mahnte Vogel, denn Europa stehe als Synonym für Frieden. „Wir können nur bestehen, wenn wir 500 Millionen Europäer einigen“, so der Redner. Diesbezüglich äußerte sich Vogel kritisch über die Arbeit, die in Brüssel übernommen werden muss. „Dort darf man sich nicht mehr um immer mehr Kleinigkeiten kümmern, so dass die großen Dinge aus dem Blick geraten“, forderte er und ergänzte: „Es geht nicht darum, überall die gleichen Birnen zu pflanzen, sondern es geht um Wirtschaft, gemeinsame Verteidigung und Außenpolitik.“ Eine Entrümpelung der Zuständigkeiten des Europaparlaments forderte Vogel.

Am Thema Donald Trump ging er nicht vorbei. Dass der Speyerer Ehrenbürger nach wie vor Sympathie für die Amerikaner hegt, verhehlte er nicht, denn: „Ohne sie wäre Hitler nicht besiegt und der Wiederaufbau nicht gelungen.“ Besorgt sei Vogel lediglich darüber, dass Trump entgegen aller Annahmen offensichtlich tue, was er sage. Tröstend sei lediglich der Gedanke, dass dem 45. Präsidenten ein 46. folgt. Zum Vorbild nehmen solle sich Deutschland den amerikanischen Wahlgang indessen nicht. „Solange gesprochen wird, wird nicht geschossen“

Dahingehend warf Vogel ein: „Man sollte sich nicht bemühen, alles mögliche Negative über den SPD-Kandidaten Martin Schulz zu sagen, sondern sich mit seinen Argumenten beschäftigen – und dazu gibt es vieles zu sagen.“ Stellung zu beziehen forderte Vogel von den anderen Parteien und hob hervor: „Den anderen schlecht zu machen ist leicht. Den anderen zu widerlegen ist leistungsfähiger und erfreulicher.“ Wie wichtig das Reden miteinander ist, machte Vogel auch bezüglich des türkischen Ministerpräsidenten Erdogan und des Syriers Assad fest. „Solange gesprochen wird, wird nicht geschossen“, betonte er. Den Wählern, die regelmäßig nicht eingehaltene Wahlversprechen beklagen, gab er mit auf den Weg: „In der Politik sind Menschen tätig, nicht Wunderbringer. Politik ist vielmehr die Kunst des Möglichen – nicht des Unmöglichen.“

Im Vorfeld von Vogels Ausführungen hatte Bundestagsabgeordneter Johannes Steiniger einen kurzen Abriss über die aktuelle Arbeit im Bundestag gegeben. Er äußerte sich froh über Schulz als Gegenkandidat der amtierenden Bundeskanzlerin Angela Merkel in politisch stürmischen Zeiten. Die Flüchtlingsproblematik betreffend meinte er: „Ich plädiere dafür, dass die Abschiebung nicht beim Land und bei den Kommunen hängen bleibt, sondern vom Bund geregelt wird.“

Der Schifferstadter CDU-Vorsitzende Andreas May freute sich über die gelungenen Reden und den Ansporn, den gerade Vogel den Parteitreibenden vor Ort mitgegeben hatte. Bei Fingerfood und smarter Musik des Jazz-Duos Steigleder/ Jochim blieb noch genug Zeit, den Abend im direkten Dialog ausklingen zu lassen.

ZITIERT

„Man kann nicht nach Schifferstadt eingeladen werden und absagen.“
Dr. Bernhard Vogel über seine enge Verbindung zur Stadt.

„Stellen Sie sich gut mit den Schifferstadtern, dann werden Sie den Wahlkreis gewinnen.“
Gutgemeinter Ratschlag Vogels an Johannes Steiniger. Er selbst hatte 1965 dank großer Wählerunterstützung in Schifferstadt das Direktmandat geholt.



23.03.2017, 17:48 Uhr


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